CNC-Lohnfertigung für Kleinserien: So finden Sie den passenden Lohnfertiger
Zehn Prototypen sind einfach. Zehntausend Teile auch. Schwierig ist alles dazwischen — eine erste Serie von 50, 200 oder 500 Stück, bestellt von einem Team ohne eigene Einkaufsabteilung. Dieser Ratgeber erklärt, warum Kleinserien bei CNC-Lohnfertigern schwer unterzubringen sind, was eine Anfrage enthalten muss, damit Betriebe sie kalkulieren können, und wie Sie den richtigen Betrieb auswählen.
Stand: Oktober 2026
Warum Kleinserien schwer zu vergeben sind
Für einen Lohnfertiger beginnt jedes neue Teil mit fester Arbeit, bevor der erste Span fällt: Zeichnung lesen, CNC-Programm schreiben und einfahren, Spannmittel bauen oder anpassen, Maschine rüsten, Erstteil messen. Bei 5.000 Teilen verschwindet dieser Aufwand im Stückpreis. Bei 50 Teilen bestimmt er ihn.
Deshalb setzen viele Betriebe eine Mindestmenge oder stellen kleine Anfragen zurück, wenn die Maschinen ausgelastet sind. Das ist kein Urteil über Ihr Projekt, sondern Kapazitätsplanung. Die Folge in der Praxis: Wer eine Lieferantenliste abtelefoniert, verliert Tage mit Betrieben, die Ihre Menge nie angenommen hätten.
Was in eine kalkulierbare Anfrage gehört
Unvollständige Anfragen sind der zweite Grund, warum kleine Aufträge liegen bleiben. Ein Betrieb kann nur anbieten, was er kalkulieren kann. Schicken Sie mit jeder Anfrage:
- 3D-Modell. Eine STEP-Datei ist das übliche Austauschformat und lässt sich in fast jedem CAM-System öffnen.
- 2D-Zeichnung mit Toleranzen. Funktionsmaße, Passungen und Oberflächen. Was nicht ausdrücklich toleriert ist, fällt unter eine Allgemeintoleranz, meist nach ISO 2768.
- Werkstoff. Die genaue Bezeichnung, zum Beispiel EN AW-5754 (AlMg3) statt nur „Aluminium“.
- Stückzahl und Abrufe. Die Menge, die Sie jetzt brauchen, und das Volumen, das Sie später erwarten. Eine erste Serie wird anders kalkuliert, wenn Folgeaufträge wahrscheinlich sind.
- Nachbearbeitung. Eloxieren, Beschichten, Wärmebehandlung, Entgraten, Beschriften — jede davon verändert, wer liefern kann.
- Nachweise. Wenn Sie ein Werkstoffzeugnis brauchen, nennen Sie es konkret, etwa ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204.
- Wunschtermin. Ein realistischer Liefertermin statt „schnellstmöglich“.
Woran Sie den passenden Lohnfertiger erkennen
- Verfahren und Bauraum. Kann der Betrieb Ihre Geometrie fräsen oder drehen, und passt das Teil auf seine Maschinen? 3-Achs-, 5-Achs- und Dreh-Fräs-Zentren lösen unterschiedliche Aufgaben.
- Mindestmenge. Zuerst fragen, nicht zuletzt. Ein Betrieb mit 1.000 Stück Mindestmenge ist für 200 Stück der falsche Partner, so gut er sonst ist.
- Werkstofferfahrung. Aluminium, Edelstahl und technische Kunststoffe zerspanen sich sehr unterschiedlich. Fragen Sie, was der Betrieb jede Woche fertigt.
- Qualitätsnachweise. Ein ISO-9001-Zertifikat belegt ein Qualitätsmanagementsystem. Es beweist nicht, dass Ihre Toleranz gehalten wird — fragen Sie, wie Erstteile gemessen und dokumentiert werden.
- Kommunikation. Bei einer ersten Serie kommen Rückfragen. Ein Betrieb, der schnell antwortet, ist mehr wert als ein etwas niedrigerer Stückpreis.
CNC-Fertigung in Kleinserie
Was gilt in der CNC-Fertigung als Kleinserie?
Eine feste Grenze gibt es nicht. In der Praxis sind Stückzahlen von einigen Dutzend bis einigen Hundert der Bereich, in dem der Rüstaufwand den Stückpreis noch stark prägt — zu viele für einen Prototypenservice, zu wenige für viele Serienfertiger.
Warum ist der Stückpreis bei Kleinserien so viel höher?
Programmierung, Spannmittel, Rüsten und Erstteilprüfung sind fester Aufwand pro Auftrag. Auf 50 Teile verteilt schlägt er pro Teil viel stärker durch als auf 5.000. Aufträge bündeln oder Abrufe über eine größere Jahresmenge vereinbaren kann den Stückpreis senken.
Online-Fertigungsplattform oder direkt beim Lohnfertiger?
Plattformen mit Sofortpreis sind schnell bei Standardgeometrien, und Sie müssen den Betrieb nicht kennen. Die direkte Zusammenarbeit mit einem Lohnfertiger lohnt sich, wenn das Teil technische Abstimmung braucht, Folgeaufträge zu erwarten sind oder Sie wissen wollen, wer Ihr Teil fertigt.
Welche Unterlagen braucht ein CNC-Lohnfertiger für ein Angebot?
Ein 3D-Modell (meist STEP) und eine 2D-Zeichnung mit Toleranzen, Oberflächenangaben und Werkstoffbezeichnung. Dazu Stückzahl, Nachbearbeitung, geforderte Nachweise und den Wunschtermin.